Aspergillus

Klinik: Die Schimmelpilze der Gattung Aspergillus kommen in Luft und Boden, aber auch in biologischen Abfällen und kontaminierten Nahrungsmitteln vor. Innerhalb der mehr als 300 Arten umfassenden Gattung können einige bei entsprechender Prädisposition zur Infektion des Menschen führen. Hierbei steht insbesondere Aspergillus fumigatus im Vordergrund. Infektionen durch weitere Spezies wie A. flavus, A. niger, A. terreus wurden ebenfalls beschrieben. Die Übertragung der Erreger erfolgt über Sporen, von denen jeder Mensch bis zu einige Hundert pro Tag einatmet. In Patienten mit intaktem Immunsystem führt die Aufnahme nicht zu einer Infektion, da die Sporen vom zellulären Immunsystem kontrolliert werden können. Allerdings kann es bei permanenter Belastung zu Überempfindlichkeiten oder allergischen Reaktionen (allergische bronchopulmonale Aspergillose, ABPA) kommen. Bei bestehender Vorschädigung der Lunge, beispielweise durch Tuberkulose-bedingte Zerstörung von Lungengewebe, kann sich ein Aspergillom (tumorartige Besiedlung) entwickeln.

Bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem oder Immunsuppresion führt eine Infektion häufig zur invasiven Aspergillose. Diese manifestiert sich zunächst vor allem in den Atemwegen und den Nasennebenhöhlen, kann aber auch hämatogen disseminieren und in der Folge Organe wie Gehirn, Leber oder Nieren befallen. Dies geht in der Regel mit unspezifischen Symptomen wie hohem Fieber und Entzündungen der betroffenen Organe einher und kann bis zum Befall des zentralen Nervensystems reichen. Betroffen sind vor allem hämato-onkologische Patienten und Knochenmarkstransplantierte. Allerdings können auch andere Immunschwächen wie z.B. HIV-Infektionen oder Behandlungen mit Glukokortikoiden eine Infektion begünstigen. Innerhalb der letzten Jahre konnte eine steigende Anzahl nosokomialer Infektionen in intensivmedizinisch behandelten Patienten beobachtet werden. Innerhalb der Gruppe knochenmarkstransplantierter Patienten erkranken laut Studien bis zu 20 % an einer invasiven Pilzerkrankung. Hierbei sind Aspergillosen und Candidiosen Infektionen mit der höchsten Relevanz. Je nach Manifestation verlaufen 50 – 90% der invasiven Aspergillosen tödlich.

Diagnostik: Der labordiagnostische Nachweis basiert auf Kultivierung oder Mikroskopie, wobei vor allem die Anzucht nur in ca. 50 % der Infizierten gelingt. Als zusätzliche Untersuchung hat sich der Nachweis von Aspergillus-Antigen aus Körperflüssigkeiten etabliert. Dieser ermöglicht die sensitive Detektion bereits früher Aspergillosen. Aus diesem Grund wurde der Nachweis von Aspergillus-Antigen in den Richtlinien der European Organization for Research and Treatment of Cancer (EORTC) und des National Institute of Allergy and Infectious Diseases Mycoses Study Group (MSG) als Kriterium einer wahrscheinlichen („probable“) invasiven Aspergillose aufgenommen. Die Detektion etablierter Testsysteme basiert auf dem Nachweis von Polysacchariden aus der Zellwand.

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Aspergillus-Antigen-ELISAGalactomannoproteinEQ 6911-9601