Adipokine

Klinische Bedeutung

Fettgewebe sezerniert als endokrines Organ eine Reihe von Hormonen, sogenannte Adipokine. Bei starkem Übergewicht ist die Funktion der Adipocyten gestört, wodurch Adipokine in veränderten Mengen gebildet werden. Die häufigsten Adipokine sind Leptin und Adiponektin. In ihrer Funktion als hormonelle Botenstoffe stellen sie einen Zusammenhang zwischen Stoffwechselstörungen und Adipositas her.

Die Synthese und Sekretion von Leptin erfolgen durch Fettzellen im weißen Fettgewebe. Jedoch wurden auch kleinere Mengen in anderen Körpergeweben nachgewiesen, u. a. in der Plazenta, den Muskeln, im Knochenmark und im Gehirn. Leptin zirkuliert im Blut sowohl in freier als auch in proteingebundener Form, wobei nur die freie Form biologisch aktiv ist. Leptin kann durch rezeptorvermittelten Transport die Blut-Hirn-Schranke überwinden und in das zentrale Nervensystem (ZNS) gelangen. Im Sättigungszentrum des Gehirns beeinflusst Leptin sowohl den Appetit als auch den Stoffwechsel, indem es die Synthese bestimmter Neuropeptide reguliert. Eine hohe Leptin-Konzentration aktiviert den Bereich im Gehirn, der das Sättigungsgefühl steuert. Eine niedrige Leptin-Konzentration tritt während des Hungerns auf und signalisiert somit den Bedarf für Nahrungsaufnahme.

Anders verhält es sich mit Adiponektin. Die Synthese von Adiponektin ist im Fettgewebe adipöser Personen herunterreguliert, weshalb die Blutkonzentration bei betroffenen Personen niedriger ist als bei normalgewichtigen Personen.

Je größer der Anteil an Fettgewebe im Körper ist, desto mehr Leptin wird produziert. Bei einer Resistenz gegen Leptin reagiert das Sättigungszentrum im Hirn nicht mehr ausreichend auf das Hormon. Leptinresistenz ist sowohl Ursache als auch Folge von Übergewicht und Adipositas.

Adiponektin hingegen wirkt  insulinsensitivierend und antiinflammatorisch. Niedrige Adiponektin- und erhöhte Leptinwerte bei Adipositas erzeugen einen schwachen chronischen Entzündungsstatus, der die Entwicklung von Insulinresistenz und Diabetes mellitus Typ 2, Bluthochdruck, Atherosklerose und anderen kardiovaskulären Erkrankungen begünstigt.

Diagnostik

Die Bestimmung der Adipokin-Konzentration kann im Rahmen der Diagnostik und Therapie von Fettstoffwechselstörungen wertvolle zusätzliche Informationen liefern, insbesondere bei Erkrankungen, die mit Adipositas in Verbindung stehen. Einige Publikationen empfehlen in diesem Zusammenhang im Besonderen das Verhältnis von Leptin und Adiponektin zu betrachten, anstatt nur die Konzentration eines der Hormone zu bestimmen.

Die Korrelation von Leptin-Konzentration mit der Menge an Körperfett spielt auch eine wichtige Rolle bei der Diagnose von Lipodystrophien, bei denen es sich um ein Fehlwachstum des Unterhautfettgewebes handelt.

Informationsmaterial

Optimale Verlaufskontrolle bei Diäten


Nachweismethoden

Filter techniques:

Methode
Parameter
Substrat
ELISA
Leptin ELISA
antibody-coated microplate wells
ELISA
Adiponectin ELISA
antibody-coated microplate wells
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